Nackthafer

 

Hafer steigert die Unternehmungslust und erhöht den Tatendrang. Müsli oder Porridge am Morgen - und es geht munter in den Tag!

Kulturgeschichtliches
Hafer (Avena sativa) wurde vermutlich an verschiedenen Orten in Europa und im gemässigten Asien aus Unkräutern der Getreidefelder herausgezüchtet. Die Germanen schätzten den Hafer. Durch seine Vitamine und Mineralstoffe verlieh er ihnen Kraft mit denen sie den Römern das Fürchten lehrten. Die Römer bezeichneten die Germanen deshalb auch als "Haferfresser". Noch im Mittelalter war Hafer in Mittel- und Nordeuropa das am meisten gegessene Getreide, wurde dann allerdings von Weizen und Roggen weitgehend verdrängt.
Übrigens: Hafer ist botanisch ein Rispengras und bildet anders als die meisten anderen Getreidearten keine Ähre aus. Man unterscheidet zwischen Spelzhafer und Nackthafer. Dank seiner Widerstandsfähigkeit behauptet sich dieses Getreide auch an extremen Standorten.


Ernährungsphysiologisches
Getreide und Getreideprodukte sind die wichtigste Nahrungsgrundlage der Menschen. Doch nicht nur die wichtigen komplexen Kohlenhydrate und das pflanzliche Eiweiß machen Getreide so wertvoll. Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und besonders die Ballaststoffe fördern die Gesundheit und beugen spezifische Krankheiten vor: Hoher (Vollkorn)Getreidekonsum senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes-Typ II und sogar von Krebserkrankungen.

Hafer ist das eiweiß- und fettreichste Getreide mit den höchsten Mengen an lebenswichtigen Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen.

Hafer ist auch ein bewährtes Heilmittel. Hafer ist reich an löslichen Ballaststoffen und bildet daher beim Erhitzen Schleim aus. Dieser Haferschleim lindert Durchfall und Magenverstimmungen und fördert sanft die Verdauung.
Hormonähnliche Wirkstoffe in Hafer wirken antriebssteigernd und stimmungsaufhellend. Mit Müsli oder Porridge am Morgen gehts also munter in den Tag!

Nutrition Facts
* Von den heimischen Getreidearten ist Hafer nicht nur mit knapp 12 % am eiweißreichsten, die Eiweißqualität ist unter den Getreideproteinen am hochwertigsten. 100 g Hafer decken bereits den Tagesbedarf von sechs der acht essenziellen Aminosäuren!

* Hafer enthält höhere Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen als die übrigen Getreidearten - besonders hervorzuheben ist der hohe Eisengehalt, aber auch Calcium, Silizium, Zink, Mangan sowie Vitamin B1 und E.

* Ballaststoffe aus Getreide regen die Verdauung an, stärken die Immunabwehr, senken das Risiko an Übergewicht und Herz-Kreislaufstörungen zu erkranken. Der lösliche Ballaststoff Beta-Glucan in Hafer reguliert zusätzlich Blutcholesterin und Blutzucker.

* Hafer ist fett- und damit energiereicher als andere Getreidearten. Das Sprichwort "dich sticht der Hafer" kommt daher, dass Hafer mehr Energie liefert. Das Fett ist hochwertig, da besonders reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Nährwerte im Vergleich:

Ganzes Korn
100g essbarer Anteil

Eiweiß g
Fett g
Kohlen-hydrate g


Ballast-
stoffe g

Eisen mg
Calcium mg
Magnesium mg

Vitamin
B1 mg

Hafer
11,7
7,1
59,8
5,6
5,8
80
129
0,52
Weißer Reis
6,8
0,6
77,8
1,4-0,6

0,6

6,0
65
0,06
Weizen
11,7
2,0
61,0
10,3
3,3
44
150
0,48

KH - Kohlenhydrate, Ball - Ballaststoffe, Ca - Kalzium, Mg - Magnesium, "-" - Keine Angaben
Quelle: Souci, Fachmann, Kraut, 1991; Landwirtschaftskammer OÖ, 1998


Kulinarisches
Hafer kommt hauptsächlich als Haferflocken oder Hafermark in den Handel. Hafermehl ist nicht backfähig und wird daher nicht zur Brotzubereitung verwendet, findet jedoch als nussig-kernige Beigabe zu Kuchen, Keksen, Muffins usw. viele Freunde. Tipp: Palatschinken aus Hafermehl sind besonders geschmackvoll.
Ganze Körner, Schrot oder Flocken werden für Risotto, Laibchen, Suppen, Aufläufe, Müslis und Süßspeisen verwendet.
Ein leichtes Rösten von Flocken, Schrot oder Körnern intensiviert das mild-nussige Aroma von Haferflocken.
Weil Haferprodukte aufgrund des höheren Fettgehaltes schnell ranzig werden, sollten sie rasch verbraucht werden.